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15.01.20   Vom Rohdiamanten zum geschliffenen Diamanten

(Bild: Lucapa)

Wie werden Rohdiamanten in geschliffene Diamanten verwandelt? Wer entscheidet, was aus einem Rohdiamanten gemacht wird und was sind die Arbeitsschritte?

Die Kriterien für die Verarbeitung eines Rohdiamanten sind mannigfaltig. Allen voran kommt die Wirtschaftlichkeit. Das Resultat der geschliffenen Produkte muss den Einstandspreis für den Rohdiamanten übertreffen. Klingt einfach und logisch - ist oftmals eine Herausforderung. Bei sehr grossen Rohdiamanten stellt sich schnell die Frage nach der Verkäuflichkeit des oder der grössten Steine. So geschehen beim 910-karätigen Rohdiamanten Lesotho Legend, dem 5. grössten, je gefundenen Rohdiamanten (siehe Bild). Ein geschliffener 200-Karäter ist per se eine Sensation. Allerdings muss man für einen solchen Stein dann auch noch einen Abnehmer finden. Etwas, das bei einem 40-, 50- oder 100-Karäter einfacher sein dürfte.

Die Form des Rohdiamanten hat wesentlichen Einfluss auf das Endprodukt resp. die Endprodukte. Ist sie jener eines Tropfen ähnlich, macht es wenig Sinn, mit viel Schleifverlust eine andere Variante zu wählen. Und dennoch: Ist die Form nicht 'en vogue', könnte es tatsächlich zu einem anderen Resultat kommen. Markante Einschlüsse sind ein weiteres Kriterium, das beachtet werden muss. Auch in der ab und an etwas altmodisch wirkenden Diamantindustrie hat der Computer seit Langem Einzug gehalten. Wie er die Entscheidungsfindung unterstützen kann, ist hier eindrücklich dargestellt. Die Aufnahme zeigt einen 36-karätigen Rohdiamanten in Topqualität, welcher von der Firma Lucapa in ihrer primären Diamantmine Mothae (im Königreich Lesotho) gefunden wurde. Der Computer projiziert Vorschläge in den Rohdiamanten hinein und das Programm rechnet auch gleich den voraussichtlichen Ertrag vor. Je grösser und wertvoller der Rohdiamant ist, desto länger wird das finale Resultat auf sich warten lassen. Denn: Ist der Stein einmal entzweit, gibt es kein Zurück mehr!

Lasertechnologie hat den Verarbeitungsprozess bei Diamanten enorm beschleunigt. Wurden früher Rohdiamanten mit einer hauchdünnen Kupferscheibe - mit Diamant verstärkt - in einem tagelangen Prozess zersägt, macht das heute der Laser in wenigen Stunden. Auch das Reiben resp. 'rund machen' wird mit dem Laser ausgeführt. Diamantschleifer und/oder Schleifroboter nehmen sich dann der weiteren Verarbeitung des Diamanten an. Je wertvoller und kostbarer der Stein, desto eher wird er von einem Meisterschleifer bearbeitet und nicht von einer Maschine. Denn auch die Ohren schleifen mit und wenn es auf der Schleifscheibe zu Ungereimtheiten kommt, helfen oft nur noch die Ohren, ein (teures) Malheur zu verhindern! Sowohl das Schleifen als auch das Polieren erfolgen auf der Schleifscheibe. Fertig ist das kostbare Juwel.