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Portrait

Rolf Zibung

Rolf Zibung kam schon in seiner kaufmännischen Lehre anfangs der 80er Jahre in Kontakt mit Diamanten. Dort begann seine Faszination für den König der Edelsteine. 1996/97 absolvierte er die Gemmologische Ausbildung in Idar-Oberstein. Von 2003 bis 2015 war er über 13 Jahre lang Chefeinkäufer Diamanten beim grössten Schmuckanbieter der Schweiz, welcher auch Verkaufsgeschäfte in Deutschland, Österreich und Frankreich hält. In diesen 13 Jahren baute er ein starkes und vertrauenswürdiges Netz zu Diamantfirmen auf mit Kontakten nach New York, Antwerpen, Tel Aviv/Ramat Gan, Mumbai/Surat und Hong Kong.

Rolf Zibung ist Mitglied im Diamantclub von Antwerpen.

ZeugnisseZeugnisse

Lebensgeschichte

War es Zufall oder Bestimmung (Dharma)?

Rolf Zibung kam eher zufällig (oder war es doch Bestimmung?) in Kontakt mit der Welt der edlen Steine. Als einer der ersten seiner Klasse (ich glaube, ich war der erste) hatte er einen Lehrvertrag in der Tasche. Fünf Monate später ging diese Firma in Konkurs und die Suche nach einer kaufmännischen Lehrstelle ging von vorne los – allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt, waren doch die meisten Lehrstellen zu dieser Zeit bereits vergeben. Aber eben – nur die meisten und nicht alle!

So kam es, dass der von 1981 bis 1984 seine kaufmännische Ausbildung bei einem renommierten Schweizer Juwelier im Herzen der Schweiz – in Luzern absolvierte. Und obwohl danach lange Zeit in der Buchhaltung dieses Juweliers tätig, liessen ihn die funkelnden Steine nie mehr so richtig los. 15 Jahre später schloss er die gemmologische Ausbildung in Idar-Oberstein ab. In dieser Zeit war er für die Schmuckschätzungen seines Arbeitgebers (seinem ursprünglichem Lehrbetrieb) verantwortlich.

Meine Begeisterung für Diamanten

Warum begeistern mich Diamanten eigentlich? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Wie fasst man das alles in Worte, was einem alles begegnet, wenn man einen Diamanten in der Hand hält?

Da ist einmal die pure Seltenheit. Okay, wenn Sie durch die Messehallen in Hongkong oder Basel schlendern, dann kommt das einem schon seltsam vor. Diamanten sollen selten sein? Die aktuelle Jahresproduktion (2014) der rund 30 aktiven Diamantminen auf dieser Welt beträgt ca. 130 Millionen Karat. Davon geht ca. ein Viertel in die Industrie, der Rest geht in die Schmuckindustrie. Wenn man nun bedenkt, dass der Schleifverlust im Schnitt ca. 60 % beträgt, können Sie sich vorstellen, was am Ende noch bleibt, zumal bei den geförderten 130 Millionen Karat viele pikierte und viele gelbliche und bräunliche Diamanten dabei sind. Ein Minenbetreiber sagte unlängst, dass auf eine Million Karat mit einem aussergewöhnlichen Fund gerechnet werden kann (z.B. einem über 100 karätigen weissen Diamanten oder einem blauen Diamanten). Sie können nun ausrechnen, wie viele aussergewöhnliche Diamanten pro Jahr gefördert werden. Ja, schöne Diamanten sind selten (wobei wir an dieser Stelle jetzt nicht auf die Definition von schön eingehen).

Glanz und Lichtspiel

Vor vielen Jahren las ich am Ufer des Genfersees in einem Buch. Es war Herbst und ich genoss die letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Plötzlich bemerkte ich ein gesprenkeltes Farbenspiel auf der linken Buchseite, das sich hin und her bewegte. Spielt hier jemand einen Streich mit mir? Nein, es war das Sonnenlicht, welches von meinem Diamanten in seine Spektralfarben zerlegt wurde. Und wie! Diese breite Auffächerung des weissen Lichts (die Dispersion) ist fantastisch. Und dann dieser Glanz. Speziell bei farbigen Diamanten beeindruckt mich dieser immer wieder von neuem. Speziell darum, weil bei farbigen Diamanten viel weniger Wert auf den perfekten Schliff sondern auf die perfekte Farbe gelegt wird. Dies geht auf Kosten des Farbenspiels. Man wird dafür durch die intensivere Farbe des Steines mehr als entschädigt.